news/APA/Sonntag, 26.07.20, 15:17:01

Coro­na­vi­rus: Aus­brei­tung welt­weit stark beschleu­nigt

Die Aus­brei­tung des Coro­na­vi­rus hat sich welt­weit stark beschleu­nigt. Bis Sonn­tag infi­zier­ten sich rund um den Glo­bus mehr als 16 Mil­lio­nen Men­schen. Mehr als fünf Mil­lio­nen Neu­an­ste­ckun­gen, also fast ein Drit­tel aller Infek­ti­ons­fäl­le, wur­den seit dem 1. Juli ver­zeich­net, wie eine AFP-Zäh­lung ergab.
APA/APA (AFP)/SAEED KHAN

Vor allem in den USA, aber auch in euro­päi­schen Län­dern wie Spa­ni­en stei­gen die Infek­ti­ons­zah­len stark an. Einen neu­en Infek­ti­ons­herd gibt es zudem am Wolf­gang­see im Salz­kam­mer­gut. Dort erhöh­te sich die Anzahl der Anste­ckun­gen im Tou­ris­mus­be­reich in der Nacht auf Sonn­tag auf 44, wei­te­re Test­ergeb­nis­se wur­den am Nach­mit­tag erwar­tet.

Die Zahl der bestä­tig­ten Neu­in­fek­tio­nen in Öster­reich ins­ge­samt war unter­des­sen wie­der drei­stel­lig: 134 neue Fäl­le mel­de­te das Innen­mi­nis­te­ri­um Sonn­tag­früh. 60 posi­ti­ve Tests auf SARS-CoV‑2 stamm­ten aus Wien, 23 aus Ober­ös­ter­reich und 22 aus Nie­der­ös­ter­reich. Kein ein­zi­ges Bun­des­land ver­zeich­ne­te dabei kei­ne Neu­in­fek­ti­on.

Bis Sonn­tag­mit­tag wur­den welt­weit 16.072.290 Infek­ti­ons­fäl­le regis­triert, wie aus der Zäh­lung der Nach­rich­ten­agen­tur AFP auf Grund­la­ge offi­zi­el­ler Anga­ben her­vor­ging. Min­des­tens 645.715 Men­schen star­ben an den Fol­gen einer Infek­ti­on. Die Zahl der täg­li­chen Neu­an­ste­ckun­gen lag am Sams­tag bei über 260.000 welt­weit.

Die USA sind mit fast 4,2 Mil­lio­nen Infek­ti­ons- und 146.463 Todes­fäl­len wei­ter­hin das am stärks­ten betrof­fe­ne Land. Nach einem Rück­gang im Früh­som­mer stei­gen die Fall­zah­len inzwi­schen wie­der stark an, vor allem in Bun­des­staa­ten wie Kali­for­ni­en, Texas und Flo­ri­da. In den ver­gan­ge­nen vier Tagen lag die Zahl der neu hin­zu­ge­kom­me­nen Todes­fäl­le immer über tau­send.

Bra­si­li­en ist mit mehr als 86.000 Toten nach den USA am zweit­stärks­ten betrof­fen. Am Sams­tag sag­ten die Behör­den in Rio Janei­ro des­halb die tra­di­tio­nel­le Sil­ves­ter­par­ty an der Copa­ca­ba­na ab. In Sao Pau­lo wur­de der Kar­ne­val, der nor­ma­ler­wei­se im Febru­ar statt­fin­det, auf unbe­stimm­te Zeit ver­scho­ben. Eine Ent­schei­dung zum welt­be­rühm­ten Kar­ne­val in Rio steht noch aus.

Auch in Euro­pa gibt es meh­re­re gro­ße Infek­ti­ons­her­de: Vor allem in Spa­ni­en schnel­len knapp einen Monat nach Auf­he­bung der strik­ten Aus­gangs­sper­ren die Infek­ti­ons­zah­len wie­der in die Höhe. Am Frei­tag mel­de­ten die Behör­den 280 neue Coro­na-Fäl­le bin­nen 24 Stun­den. Rund die Hälf­te der neu­en Fäl­le wur­de in Kata­lo­ni­en im Nord­os­ten Spa­ni­ens regis­triert. Kata­lo­ni­ens Regio­nal­re­gie­rung ord­ne­te daher die Schlie­ßung sämt­li­cher Dis­ko­the­ken und Kon­zert­sä­le mit Tanz­flä­che an. Seit Sams­tag gilt zudem eine Sperr­stun­de um Mit­ter­nacht für Bars, Restau­rants, Spiel­hal­len und Casi­nos.

Die bri­ti­sche Regie­rung ver­füg­te wegen der stei­gen­den Fall­zah­len eine zwei­wö­chi­ge Qua­ran­tä­ne für Urlau­ber, die von einer Rei­se nach Spa­ni­en zurück­kom­men. Nor­we­gen rät seit Frei­tag wie­der von Rei­sen nach Spa­ni­en ab.

Die spa­ni­sche Regie­rung beteu­er­te am Sonn­tag, sie habe die Lage „unter Kon­trol­le”. Spa­ni­en sei „ein siche­res Land”, erklär­te das Außen­mi­nis­te­ri­um in Madrid. Alle Infek­ti­ons­her­de sei­en loka­li­siert und iso­liert wor­den.

Nord­ko­rea mel­de­te unter­des­sen erst­mals einen Coro­na-Ver­dachts­fall. Wie die staat­li­che Nach­rich­ten­agen­tur KCNA mel­de­te, soll es sich bei dem mut­maß­lich Infi­zier­ten um einen Über­läu­fer han­deln, der nach drei Jah­ren in Süd­ko­rea nach Nord­ko­rea zurück­kehr­te. Über die Grenz­stadt Kae­song wur­de eine Aus­gangs­sper­re ver­hängt, Macht­ha­ber Kim Jong Un rief den „maxi­ma­len Alarm­zu­stand” aus.

Das extrem abge­schot­te­te und auto­ri­tär geführ­te Nord­ko­rea hat­te wegen des Coro­na­vi­rus Ende Jän­ner sei­ne Gren­zen geschlos­sen. Beob­ach­ter ver­mu­ten, dass das Virus aber schon vor der Grenz­schlie­ßung aus Chi­na ins Land gelang­te. In Süd­ko­rea, das immer wie­der als Vor­bild im Kampf gegen das Coro­na­vi­rus bezeich­net wird, wur­de am Sams­tag mit 113 neu­en Infek­tio­nen der höchs­te Anstieg seit fast vier Mona­ten regis­triert.

Aus­tra­li­en mel­de­te am Sonn­tag so vie­le Coro­na-Tote wie nie zuvor. Bin­nen 24 Stun­den sei­en zehn Infi­zier­te gestor­ben, gab der Regie­rungs­chef des stark betrof­fe­nen Bun­des­staats Vic­to­ria, Dani­el Andrews, bekannt. Die Infek­ti­ons­zah­len rund um die Mil­lio­nen­me­tro­po­le Mel­bourne sei­en wei­ter­hin „viel zu hoch”.