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news/APA/Dienstag, 23.02.21, 13:38:32

Coro­na­kri­se hat hei­mi­sche Wirt­schaft wei­ter fest im Griff

Die Coro­na­kri­se hat die hei­mi­sche Wirt­schaft und den Arbeits­markt wei­ter fest im Griff. Leicht posi­ti­ve Signa­le gibt es auf­grund der Öff­nungs­schrit­te bei den Arbeits­lo­sen­zah­len und bei der Ent­wick­lung des Brut­to­in­lands­pro­dukts. Die Kurz­ar­beits­zah­len stei­gen aber wei­ter­hin. Der­zeit sind 441.482 Per­so­nen arbeits­los, um 8.500 weni­ger als vor einer Woche, und 71.416 sind in AMS-Schu­lung, um 1.500 Per­so­nen mehr. Per Sal­do sind 7.000 Men­schen weni­ger ohne Job als in der Vorwoche.
APA/ROBERT JAE­GER

Das Lock­down-Ende im Han­del und bei kör­per­na­hen Dienst­leis­tern am 8. Febru­ar hat die hei­mi­sche Volks­wirt­schaft wie­der etwas mehr in Schwung gebracht. Die vom Wirt­schafts­for­schungs­in­sti­tut (Wifo) gemes­se­ne wöchent­li­che Ent­wick­lung des Brut­to­in­lands­pro­dukts (BIP) zeigt für die Kalen­der­wo­che 6 einen Rück­gang der Wirt­schafts­leis­tung (BIP) um 9 Pro­zent zur Vor­jah­res­wo­che. In der Woche davor lag die­ser wöchent­lich erho­be­ne Wifo-Wirt­schafts­in­dex (WWWI) noch schlech­ter bei mehr als minus 13 Pro­zent unter dem Vorjahresvergleichszeitraum.

Nach dem teil­wei­sen Lock­down-Ende sei „der pri­va­te Kon­sum etwas ange­sprun­gen”, sag­te Finanz­mi­nis­ter Ger­not Blü­mel (ÖVP) bei einer gemein­sa­men Pres­se­kon­fe­renz mit Arbeits­mi­nis­ter Mar­tin Kocher und Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Mar­ga­re­te Schram­böck (bei­de ÖVP) am Diens­tag in Wien. Die Ein­zel­han­dels­um­sät­ze sei­en durch die Öff­nung der Geschäf­te gegen­über der letz­ten har­ten Lock­down-Woche um knapp 6 Pro­zent und der pri­va­te Kon­sum – auch durch die Öff­nung pri­va­ter Dienst­leis­tun­gen wie Fri­seu­re – um knapp 4,5 Pro­zent­punk­te gestie­gen. „Aus wirt­schaft­li­cher Sicht haben die Öff­nun­gen den gewünsch­ten posi­ti­ven Effekt”, so der Finanzminister.

Blü­mel kün­dig­te an, dass beim ver­gan­ge­ne Woche ein­ge­führ­ten Aus­fall­bo­nus rund 16.700 Anträ­ge von Unter­neh­men mit einem bean­tra­gen För­der­vo­lu­men von 82 Mil­lio­nen Euro ein­ge­gan­gen sind. Die ers­ten Gel­der sol­len noch die­se Woche aus­ge­zahlt wer­den. Coron­be­dingt geschlos­sen sind der­zeit unter ande­rem noch Gas­tro­no­mie, Hotel­le­rie sowie Kul­tur- und Sporteinrichtungen.

Mit­te Jän­ner gab es die­sen Win­ter mit 533.000 Men­schen ohne Job die meis­ten Arbeits­lo­sen. „Der leich­te Trend einer Ent­span­nung am Arbeits­markt setzt sich fort”, sag­te Arbeits­mi­nis­ter Kocher. Der aktu­el­le Arbeits­lo­sen­rückang sei der teil­wei­sen Öff­nung und der sai­so­na­len Bes­se­rung am Bau und im Bau­ne­ben­ge­wer­be geschul­det, so Kocher. In Kurz­ar­beit befin­den sich der­zeit rund 485.000 Per­so­nen und damit um 20.000 mehr als in Vor­wo­che. Das sei­en Vor­anmel­dun­gen zur Kurz­ar­beit, erläu­ter­te der Arbeits­mi­nis­ter, man müs­se auf die Abrech­nung war­ten. Die Zah­len zeig­ten, dass die Qua­li­fi­zie­rungs­an­ge­bo­te in Anspruch genom­men wer­den. Die Kurz­ar­beit wer­de – vor allem in den vom Lock­down betrof­fe­nen Bran­chen – nach wie vor inten­siv genutzt und sei damit das wich­tigs­te Kri­sen­in­stru­ment. Ende Jän­ner gab es auch rund 140.00 Lang­zeit­be­schäf­ti­gungs­lo­se in Öster­reich. Kocher erklär­te, dass man der­zeit Vari­an­ten für Lang­zeit­ar­beits­lo­sen-Pro­gram­me ana­ly­sie­re. Bei der Akti­on 20.000 im Jahr 2017 hät­ten nicht genü­gend Per­so­nen nach dem öffent­lich geför­der­ten Job eine regu­lä­re Stel­le bekom­men. Die SPÖ hat ges­tern 40.000 öffent­lich geför­der­te Jobs bei Gemein­den, gemein­nüt­zi­gen Orga­ni­sa­tio­nen und Sozi­al­be­trie­ben gefordert.

Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Schram­böck zeig­te sich über den Rück­gang der Insol­ven­zen um mehr als ein Drit­tel im Jahr 2020 erfreut. „Es zeigt ganz klar, dass die Hilfs­maß­nah­men wir­ken”, so Schram­böck. Der­zeit ist die Insol­venz­an­trags­pflicht aus­ge­setzt. Ist eine Über­schul­dung im Zeit­raum vom 1. März 2020 bis 31. März 2021 ein­ge­tre­ten, muss der Schuld­ner kei­nen Antrag auf Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens stel­len. Die Steu­er­stun­dun­gen lau­fen noch bis Ende Juni. „Ers­ten Schät­zun­gen zufol­ge wären ohne die­se Maß­nah­men die Insol­ven­zen im ver­gan­ge­nen Jahr mehr als fünf Mal so hoch aus­ge­fal­len wie in einem „nor­ma­len Jahr”, sag­te die Wirt­schafts­mi­nis­te­rin. Lang­fris­tig wür­den Kre­dit­ga­ran­tien, Fix­kos­ten­zu­schuss und Kurz­ar­beit die Insol­ven­zen reduzieren.