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news/APA/Donnerstag, 14.01.21, 09:33:27

Coro­na-Pan­de­mie lässt Lebens­er­war­tung sinken

Die Coro­na-Pan­de­mie hat im Vor­jahr zu einem deut­li­chen Anstieg der Todes­fäl­le geführt. Wie die Sta­tis­tik Aus­tria am Don­ners­tag mit­ge­teilt hat, sind 2020 zumin­dest 90.123 Men­schen in Öster­reich gestor­ben – um fast elf Pro­zent mehr als im Durch­schnitt der ver­gan­ge­nen fünf Jah­re. Es han­delt sich aller­dings um eine vor­läu­fi­ge Zahl, die durch Nach­mel­dun­gen aus den Stan­des­äm­tern noch stei­gen dürf­te. Außer­dem ist die Lebens­er­war­tung gegen­über 2019 um ein hal­bes Jahr gesunken.
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Für Män­ner liegt die Lebens­er­war­tung nun bei 78,9 und für Frau­en bei 83,7 Jah­ren. „Mit einer star­ken Ver­brei­tung der Imp­fun­gen und nach Bewäl­ti­gung der Pan­de­mie ist anzu­neh­men, dass die Lebens­er­war­tung mit­tel­fris­tig wie­der auf den Wachs­tums­trend ein­schwen­ken wird. Ähn­li­ches zei­gen die Erfah­run­gen aus stär­ke­ren Grip­pe­jah­ren. Offen sind aller­dings noch die mög­li­chen Lang­frist­fol­gen über­stan­de­ner Coro­na­er­kran­kun­gen”, sag­te Sta­tis­tik-Aus­tria-Gene­ral­di­rek­tor Tobi­as Tho­mas in einer Aussendung.

Ein lang­fris­ti­ger Ver­gleich der Todes­fall­da­ten ist schwie­rig, weil sich die Ein­woh­ner­zahl und die Alters­struk­tur der Bevöl­ke­rung über die Jah­re ver­än­dern. Gemes­sen an den durch­schnitt­li­chen Ster­be­fäl­len der Jah­re 2015 bis 2019 gab es ab Ende Okto­ber des Vor­jah­res aller­dings eine deut­li­che „Übersterb­lich­keit”. In die­sen Wochen star­ben um bis zu 60 Pro­zent mehr Men­schen. Zuletzt ist die Übersterb­lich­keit wie­der etwas gesun­ken und war wie­der etwas nied­ri­ger als zu den Spit­zen der star­ken Grip­pe­wel­le 2017: In der Woche vom 21. bis zum 27. Dezem­ber star­ben 2.114 Per­so­nen – um 22 Pro­zent mehr als in den Vor­jah­ren. In der Woche danach waren es 1.964 Ster­be­fäl­le – um 28 Pro­zent mehr als im Jahr 2015, in dem es zuletzt eine 53. Kalen­der­wo­che gab.

Auch das euro­päi­sche Mor­ta­li­täts­mo­ni­to­ring Euro­mo­mo weist für Öster­reich seit Anfang Novem­ber eine hohe bzw. sehr hohe Übersterb­lich­keit aus. Damit unter­schei­det sich die zwei­te Infek­ti­ons­wel­le im Herbst deut­lich von der ers­ten im Früh­jahr. Damals hat­te Euro­mo­mo für Öster­reich nur eine leich­te Übersterb­lich­keit festgestellt.

Laut Daten der Agen­tur für Gesund­heit und Ernäh­rungs­si­cher­heit (AGES) sind seit dem Aus­bruch der Pan­de­mie 6.826 Men­schen in Öster­reich ent­we­der direkt an den Fol­gen einer Covid-Erkran­kung oder nach einer Covid-Infek­ti­on gestor­ben, davon 6.312 im Jahr 2020. Gemes­sen an der Ein­woh­ner­zahl am stärks­ten betrof­fen ist die Stei­er­mark mit 118 Coro­na-Toten pro 100.000 Ein­woh­ner, danach kom­men Kärn­ten (97) und Ober­ös­ter­reich (83). Am gerings­ten ist der Anteil in Nie­der­ös­ter­reich und Vor­arl­berg mit je 59 Coro­na-Toten pro 100.000 Einwohner.