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news/APA/Mittwoch, 16.09.20, 13:10:44

Bun­des­aus­ga­ben für Kunst und Kul­tur 2019 gestie­gen

Kul­tur­mi­nis­ter Wer­ner Kog­ler (Grü­ne) hat am Mitt­woch dem Minis­ter­rat den Kunst- und Kul­tur­be­richt des Jah­res 2019 vor­ge­legt. Die Bun­des­aus­ga­ben in die­sem Bereich belie­fen sich dem­nach im ver­gan­ge­nen Vor-Coro­na-Jahr auf 439,46 Mio. Euro – ein Plus von gut 1,9 Mio. Euro gegen­über 2018 (437,55 Mio. Euro).
APA/APA (Archiv)/GEORG HOCH­MUTH

Auch wenn der Bericht vom aktu­el­len Kul­tur­mi­nis­ter Kog­ler respek­ti­ve sei­ner Kul­tur­staats­se­kre­tä­rin Andrea May­er (eben­falls Grü­ne) vor­ge­legt wur­de, umfasst er doch die Amts­zei­ten der damals res­sort­zu­stän­di­gen Ger­not Blü­mel und Alex­an­der Schal­len­berg (bei­de ÖVP). „Der heu­te vor­ge­leg­te Kunst- und Kul­tur­be­richt über das Jahr 2019 wirkt wie aus einer ande­ren Zeit”, kon­sta­tier­te Kog­ler am Mitt­woch. Damals sei­en die jet­zi­gen Her­aus­for­de­run­gen der Kul­tur­sze­ne noch nicht abseh­bar gewe­sen. Zugleich sei der Kunst- und Kul­tur­be­richt auch ein Aus­blick auf die Zukunft und die Nor­ma­li­tät, die man wie­der anstre­be. „Der Weg für die Kul­tur­bran­che aus der Coro­na­kri­se wird län­ge­re Zeit sehr schwie­rig blei­ben”, gestand dabei auch Staats­se­kre­tä­rin May­er zu.

Die Ver­än­de­run­gen der Aus­ga­ben von 2018 auf 2019 sind laut dem Bericht unter ande­rem auf die 2018 ein­ma­li­ge Inves­ti­ti­on für das Haus der Geschich­te Öster­reich (hdgö) respek­ti­ve ver­stärk­te Inves­ti­tio­nen im Bereich Bun­des­mu­se­en und Biblio­theks­we­sen zurück­zu­füh­ren. Auch Son­der­zah­lun­gen für die Sanie­rung des Volks­thea­ters 2019 in Höhe von 4 Mio. Euro respek­ti­ve an die Wie­ner Kon­zert­haus­ge­sell­schaft in Höhe von 1,2 Mio. Euro tra­gen dazu bei.

Die Basis­ab­gel­tung für die gro­ße Mehr­heit der Bun­des­mu­se­en blieb 2019 gleich im Ver­gleich zu 2018. Der KHM-Muse­ums­ver­band erhielt 2019 mit 23,84 Mio. Euro gleich viel wie im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum. Dies galt auch für das Natur­his­to­ri­sche Muse­um (14,69 Mio. Euro), das Tech­ni­sche Muse­um mit der Öster­rei­chi­schen Media­thek (12,56 Mio. Euro), das MAK (9,66 Mio. Euro), das mumok – Muse­um moder­ner Kunst Stif­tung Lud­wig (9,59 Mio. Euro), das Bel­ve­de­re (8,97 Mio. Euro) und die Alber­ti­na (7,75 Mio. Euro). Bei der Öster­rei­chi­schen Natio­nal­bi­blio­thek, die inklu­si­ve eines Anteil für das Haus der Geschich­te Öster­reich 2018 noch 25,82 Mio. Euro erhal­ten hat­te, sank die Basis­ab­gel­tung nun auf 25,02 Mio. Euro. Rech­net man einen Anteil von 800.000 Euro für die Samm­lung Essl ein, blieb die Basis­ab­gel­tung ins­ge­samt damit unver­än­dert.

Wei­ters sind unter dem Titel „Inves­ti­ti­ons­pro­gram­me” Ein­mal­zah­lun­gen für (bau­li­che) Inves­ti­ti­ons­vor­ha­ben für die Bun­des­mu­se­en ver­zeich­net: Der Pos­ten des Haus der Geschich­te Öster­reich, bei dem die Inves­ti­ti­ons­aus­ga­ben 2018 noch 6,77 Mio. Euro betra­gen hat­ten, ent­fiel 2019. Die Alber­ti­na etwa erhielt für die Samm­lung Essl im Vor­jahr 850.000 Euro (das sind um 50.000 Euro mehr als 2018) sowie 1,5 Mio. Euro als Bei­trag für 2020 inklu­si­ve des Betriebs der Alber­ti­na modern im Künst­ler­haus. Der KHM-Muse­ums­ver­band erhielt unter ande­rem für Not- und Sicher­heits­be­leuch­tung in der Neu­en Burg 581.000 Euro, das MAK für einen bar­rie­re­frei­en Ein­gang 752.000 Euro, das mumok bei­spiels­wei­se für den Bereich Licht­steue­rung wie im Vor­jahr 500.000 Euro. Beim Natur­his­to­ri­schen Muse­um flos­sen 1,4 Mio. Euro in die Sanie­rung des Nar­ren­turms, das Bel­ve­de­re erhielt 1,9 Mio. Euro für Fens­ter­sa­nie­rung, die ÖNB für die Sanie­rung des Prunk­saa­les 814.000 Euro und das Tech­ni­sche Muse­um für den Brand­schutz 867.000 Euro. Ins­ge­samt wur­de an alle Bun­des­mu­se­en zusam­men 15,78 Mio. Euro für Inves­ti­ti­ons­maß­nah­men aus­ge­schüt­tet – nach 15,46 Mio. Euro im Jahr 2018.

Die Aus­ga­ben im Bereich der Bun­des­thea­ter san­ken hin­ge­gen von 170,39 Mio. Euro 2017/18 auf 162,94 Mio. Euro 2018/19. Die höchs­te För­de­rung ging dabei an die Wie­ner Staats­oper mit 66,09 Mio. Euro (nach 71,4 Mio. Euro im Abrech­nungs­zeit­raum davor). Einen klei­ne­ren Rück­gang ver­zeich­ne­te man im Burg­thea­ter, an das 47,40 Mio. Euro (nach 48,86 Mio. Euro) flos­sen. Bei der Volks­oper waren es 43,96 Mio. Euro (nach 45,20 Mio. Euro 2017/18). Einen Anstieg gab es indes bei der För­de­rung für die Bun­des­thea­ter-Hol­ding mit 5,49 Mio. Euro nach 4,93 Mio. Euro.

Die Mit­tel für die Kunst­för­de­rung erhöh­ten sich um 1,31 Mio. Euro auf 92,96 Mio. Euro (2018: 91,7 Mio. Euro). Die höchs­te För­de­rung ging dabei an das Öster­rei­chi­sche Film­in­sti­tut mit 19,7 Mio. Euro, dahin­ter fol­gen das Volks­thea­ter mit 9,3 Mio. Euro, das Thea­ter in der Josef­stadt mit 6,8 Mio. Euro und die Bre­gen­zer Fest­spie­le mit 2,78 Mio. Euro. Im Kapi­tel „Fest­spie­le, Groß­ver­an­stal­tun­gen” fin­den sich dage­gen die Salz­bur­ger Fest­spie­le mit 6,7 Mio. Euro.

Die Ver­ga­be der Kunst­för­der­mit­tel nach Geschlech­tern, die seit 2007 aus­ge­wie­sen wird, prä­sen­tiert sich wie folgt: Nimmt man Sti­pen­di­en, Pro­jek­te, Ankäu­fe und Aus­zeich­nun­gen zusam­men, floss 2019 bei­na­he die Hälf­te der Gel­der an Frau­en. Kon­kret gin­gen 3,824 Mio. Euro an Vor­ha­ben von Künst­le­rin­nen und 3,874 Mio. Euro an Pro­jek­te von Künst­lern. Die durch­schnitt­li­che För­der­hö­he je Pro­jekt liegt bei Frau­en mit 5.470 Euro etwas nied­ri­ger als die bei den Män­nern mit 5.535 Euro.