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news/APA/Donnerstag, 14.10.21, 08:21:20

Bud­get­de­bat­te im Natio­nal­rat – mit Kurz als ÖVP-Klubchef

Der am Mitt­woch von Finanz­mi­nis­ter Ger­not Blü­mel (ÖVP) in der Bud­get­re­de vor­ge­stell­te Ent­wurf für den Bun­des­haus­halt 2022 wird heu­te, Don­ners­tag, im Natio­nal­rat einer ers­ten gründ­li­chen Ana­ly­se unter­zo­gen. Alt­kanz­ler Sebas­ti­an Kurz wird in die­ser Debat­te bereits als ÖVP-Klub­ob­mann auf­tre­ten, er wird zu Beginn der Sit­zung als Abge­ord­ne­ter ange­lobt. Vor sei­ner Ange­lo­bung in der Früh ver­öf­fent­lich­te Kurz ein Video auf Facebook. 
APA/APA/HERBERT NEUBAUER/HERBERT NEUBAUER

Dar­in beton­te er ein­mal mehr, „kein Schat­ten­kanz­ler” sein zu wol­len. Er habe den Schritt zur Sei­te gemacht, um eine „sta­bi­le Regie­rung zu sichern”. Als Klub­ob­mann und Par­tei­chef wer­de er „alles tun”, um Neo-Kanz­ler Alex­an­der Schal­len­berg zu unter­stüt­zen. Die ver­gan­ge­nen Tage sei­en für vie­le im Land eine „emo­tio­na­le Ach­ter­bahn­fahrt” gewe­sen, so auch für ihn.

Auch auf die ver­öf­fent­lich­ten Chat­nach­rich­ten ging Kurz noch ein­mal ein. Er „ver­ste­he abso­lut”, dass man an den Bun­des­kanz­ler beson­de­re Erwar­tun­gen habe, was die Wort­wahl betref­fe. Er sei aber „kein Robo­ter son­dern ein Mensch mit Feh­lern, mit Emo­tio­nen und ja lei­der manch­mal auch mit For­mu­lie­run­gen, die ich öffent­lich nicht ver­wen­den wür­de. Ich habe mich bereits für die­se For­mu­lie­run­gen ent­schul­digt, und ich bedaue­re sie auch.” Die­se sei­en aber gezielt an die Öffent­lich­keit gespielt wor­den, um der Volks­par­tei und ihm zu scha­den. Zudem wer­de der­zeit vie­les ver­mischt, so Kurz, dem eine „kla­re Tren­nung” zwi­schen SMS-Nach­rich­ten und straf­recht­li­chen Vor­wür­fen fehlt. „Ich habe mir in mei­nem gan­zen Leben noch nicht straf­recht­lich irgend­et­was zuschul­den kom­men las­sen”, so Kurz: „Das wer­de ich am Ende des Tages auch beweisen.”

Das Bud­get 2022 wan­dert nach der „Ers­ten Lesung” zur wei­te­ren Behand­lung inklu­si­ve Exper­ten­hea­ring in den Bud­get­aus­schuss; im Ple­num beschlos­sen wer­den soll es am 18. Novem­ber. Wenig spek­ta­ku­lär ist das Pro­gramm nach der Bud­get­de­bat­te. Auf der Tages­ord­nung ste­hen eine Rei­he von Ent­schlie­ßungs­an­trä­gen, Berich­te des Rech­nungs­ho­fes und über Bür­ger­initia­ti­ven und Petitionen.

Am Mitt­woch wur­de im Natio­nal­rat der ers­te Schritt für den neu­en U‑Ausschuss zu den Kor­rup­ti­ons­er­mitt­lun­gen gegen die tür­ki­se ÖVP gesetzt. SPÖ, FPÖ und NEOS brach­ten das Ver­lan­gen auf Ein­set­zung eines sol­chen Aus­schus­ses ein. Sie wol­len die ÖVP-Inse­ra­ten­kam­pa­gne poli­tisch auf­ar­bei­ten, nach­dem das Bekannt­wer­den der Ermitt­lun­gen der Kor­rup­ti­ons­staats­an­walt­schaft und von Chats dazu zum Rück­tritt von Kurz als Kanz­ler geführt haben.