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news/APA/Freitag, 14.01.22, 15:57:35

Ber­lin fei­ert öster­rei­chi­schen Büh­nen­bild­ner Erich Wonder

Die krea­ti­ve Rei­bung zwei­er Aus­nah­me­künst­ler bescher­te der Thea­ter­welt für 20 Jah­re ein Traum­paar der Büh­ne. Der eben­so gefei­er­te wie umstrit­te­ne Dra­ma­ti­ker Hei­ner Mül­ler (1929–1995) und der 1944 gebo­re­ne, öster­rei­chi­sche Büh­nen­bild­ner Erich Won­der schu­fen mit ihrer Zusam­men­ar­beit Insze­nie­run­gen mit bis in die Gegen­wart anhal­ten­den Nach­wir­kun­gen. Die Ber­li­ner Aka­de­mie der Küns­te fei­ert die­se Koope­ra­ti­on nun mit der Aus­stel­lung „Erich Won­der – T/Raumbilder für Hei­ner Müller”.
APA/A­PA/d­pa-Zen­tral­bil­d/­Mo­ni­ka Skolimowska

Bis 13. März sind die Wer­ke die­ses aus­tro-deut­schen Duos zu erle­ben, das sich in den 1970er Jah­ren in Frank­furt ken­nen­ge­lernt hat­te. Von da an ent­wi­ckel­te sich eine Freund­schaft und Zusam­men­ar­beit zwi­schen Autor und Büh­nen­bild­ner, die bis zu Mül­lers Tod 1995 reich­te. Geprägt war die Arbeit auch von den unter­schied­li­chen ästhe­ti­schen Erfah­run­gen des in der BRD und der DDR arbei­ten­den Ost­deut­schen Mül­ler und des gebür­ti­gen Bur­gen­län­ders Wonder.

Das Team um Kura­tor Ste­phan Sus­ch­ke, eini­ge Jah­re Mit­ar­bei­ter Mül­lers, hat sich dabei auf drei Insze­nie­run­gen kon­zen­triert, die jeweils Maß­stä­be gesetzt haben. Mül­lers Stü­cke „Der Lohn­drü­cker” (1988) und sei­ne Shake­speare-Adap­ti­on „Hamlet/Maschine” (1990) rea­li­sier­ten die bei­den Künst­ler am Deut­schen Thea­ter in Ber­lin jeweils kurz vor und nach dem Mau­er­fall. Wag­ners „Tris­tan und Isol­de” brach­ten Mül­ler und Won­der 1993 mit Diri­gent Dani­el Baren­bo­im für die Fest­spie­le in Bay­reuth auf die Bühne.

Die Aus­stel­lung zeigt anhand von Bil­dern und Zeich­nun­gen Won­ders sowie Kos­tü­men und Requi­si­ten der Insze­nie­run­gen, wie sich die Vor­stel­lun­gen des Büh­nen­bild­ners und die Insze­nie­run­gen des Autors zusam­men­füg­ten. Dabei sind kei­ne rea­lis­ti­schen Räu­me zu fin­den, die häu­fig geo­me­tri­schen Figu­ren fügen sich eher zu traum­haf­ten Wel­ten zusam­men, in denen Mül­ler sei­ne Figu­ren agie­ren lässt.

(S E R V I C E – )