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news/APA/Donnerstag, 10.06.21, 15:39:46

Baby in Wien vom Vater geschüt­telt und in Lebensgefahr

Ein 31-jäh­ri­ger Vater soll in Wien sein zwei­ein­halb Mona­te altes Baby der­ma­ßen geschüt­telt haben, dass das Kind nun in Lebens­ge­fahr schwebt. Das berich­te­te die Poli­zei der APA. Die 22-jäh­ri­ge Mut­ter habe die Tat beob­ach­tet, aber nicht ein­ge­grif­fen. Die Eltern leug­ne­ten die Miss­hand­lung zunächst, wur­den aber spä­ter fest­ge­nom­men und zeig­ten sich gestän­dig. Die Fami­lie wur­de von der Kin­der- und Jugend­hil­fe betreut, Hin­wei­se zu einer aku­ten Gefähr­dung habe es nicht gegeben.
APA/APA (Symbolbild)/ROBERT JAEGER

Die Miss­hand­lung des Kin­des ereig­ne­te sich schon am ver­gan­ge­nen Frei­tag, dem 4. Juni, in einer Woh­nung im 23. Bezirk Lie­sing. Laut Poli­zei dürf­te der Vater das Baby mehr­mals geschüt­telt haben, um es „ruhig zu stel­len”. Das klei­ne Mäd­chen erlitt dabei „mas­sivs­te Ver­let­zun­gen”, sag­te der Poli­zei-Spre­cher am Don­ners­tag. Wer die Ret­tungs­kräf­te infor­miert und Hil­fe geholt hat, war vor­erst unklar.

Das Mäd­chen wur­de mit dem Hub­schrau­ber ins Spi­tal gebracht. Die behan­deln­den Ärz­te ver­stän­dig­ten die Poli­zei. Die Eltern, bei bei­den Tei­len han­delt es sich um öster­rei­chi­sche Staats­bür­ger, wur­den dar­auf­hin ein­ver­nom­men, strit­ten jedoch laut Poli­zei-Aus­sendung vor­erst jeg­li­che Gewalt­an­wen­dung ab.

Am gest­ri­gen Mitt­woch wur­de das Paar schließ­lich auf Anord­nung der Staats­an­walt­schaft Wien fest­ge­nom­men. Die Fest­nah­me erfolg­te durch Beam­te des Lan­des­kri­mi­nal­amts Wien, Außen­stel­le Süd, unter Bei­zie­hung der WEGA. Bei ihrer wei­te­ren Ein­ver­nah­me zeig­ten sich die Eltern schließ­lich gestän­dig. Das klei­ne Mäd­chen befin­det in Spi­tals­be­hand­lung und kämpft um sein Leben.

Die Wie­ner Kin­der- und Jugend­hil­fe (MA 11) kennt die Eltern, wie eine Spre­che­rin auf APA-Anfra­ge mit­teil­te: „Wir haben die Fami­lie gekannt und betreut.” Es habe sich um eine finan­zi­el­le Bera­tung im Zuge einer Delo­gie­rungs­ver­hin­de­rung gehan­delt, außer­dem gab es Bera­tun­gen zu The­men rund um die Geburt. Invol­viert waren dabei Sozi­al­ar­bei­ter, ‑päd­ago­gen, Ärz­te und Heb­am­men. Die MA 11- Spre­che­rin beton­te dabei: „Es haben sich kei­ne Hin­wei­se zu einer aku­te Gefähr­dung des Kin­des gezeigt.” Andern­falls wären umge­hend Sofort­maß­nah­men zum Schutz des Kin­des umge­setzt wor­den, beton­te sie.

Die Kin­der- und Jugend­hil­fe sei „zutiefst betrof­fen”, führ­te die Spre­che­rin wei­ters aus. Man wer­de die „furcht­ba­ren Gescheh­nis­sen” fach­lich auf­ar­bei­ten, um für zukünf­ti­ge Fäl­le Leh­ren zu zie­hen. Geschwis­ter im Haus­halt dürf­te das Baby nicht gehabt haben, der MA 11 ist dies­be­züg­lich nichts bekannt. Im Gespräch mit der APA appel­lier­te die Spre­che­rin außer­dem an alle Eltern, sich bei Über­for­de­rung und Fra­gen an die Fami­li­en­zen­tren zu wen­den, wo man mit Rat und Unter­stüt­zung hel­fen könne.