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news/APA/Mittwoch, 16.09.20, 19:21:50

AUA von Ent­schei­dung über Wien-Rei­se­war­nung getrof­fen

Deutsch­land hat Wien am Mitt­woch­abend offi­zi­ell als Coro­na-Risi­ko­ge­biet ein­ge­stuft. Für die öster­rei­chi­sche Luft­han­sa-Toch­ter AUA sind Stre­cken nach Deutsch­land der wich­tigs­te Ver­kehr – auch für den Umstei­ge­ver­kehr. „Wir beob­ach­ten die Ent­wick­lung mit Sor­ge”, hat­te AUA-Spre­cher Peter Thi­er daher vor der Ent­schei­dung gemeint.
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„Wir kön­nen nicht aus­schlie­ßen, noch ein­mal Kapa­zi­tä­ten her­aus­neh­men zu müs­sen”, sag­te Thi­er. Sprich: Stre­cken wie­der aus dem Flug­plan her­aus­neh­men zu müs­sen. „Wir flie­gen auf Sicht, wie die Pilo­ten sagen.”

Die AUA kri­ti­siert einen „Fle­ckerl­tep­pich” natio­na­ler Rei­se­be­schrän­kun­gen und hofft zumin­dest für Euro­pa auf ein­heit­li­che euro­päi­sche Stan­dards im Umgang mit der Coro­na-Pan­de­mie. „Jedes Land über­bie­tet sich mit kurz­fris­ti­ge­ren und noch radi­ka­le­ren Ein­schrän­kun­gen. Wir glau­ben, dass das der fal­sche Weg ist. Rei­se­frei­heit und Gesund­heits­schutz sind ver­ein­bar”, sag­te dazu AUA-Chef Alexis von Hoe­ns­bro­ech im heu­ti­gen „Kurier”. Dafür gel­te es, neue Test­pro­gram­me auf­zu­zie­hen.

Zwangs­qua­ran­tä­ne oder Rei­se­be­schrän­kun­gen sei­en der fal­sche Weg. Wer gesund sei, soll­te rei­sen dür­fen, fin­det die AUA. Ein Wunsch der Flug­ge­sell­schaft wäre es zur Zeit, die Covid-Tests am Flug­ha­fen Wien-Schwe­chat (die der­zeit 120 Euro kos­ten) kos­ten­los anzu­bie­ten, sag­te Thi­er heu­te zur APA.

Euro­con­trol hat die­se Woche für den euro­päi­schen Luft­ver­kehr die Pro­gno­sen zurück­ge­schraubt. Auch die AUA liegt hin­ter ihren Kapa­zi­täts­zie­len, die sie sich im Som­mer gesetzt hat, als sie nach mona­te­lan­gem coro­nabe­ding­ten Groun­ding den Flug­ver­kehr wie­der auf­nahm. Damals woll­te man im Herbst bei 40 bis 50 Pro­zent der ursprüng­li­chen Kapa­zi­tä­ten lie­gen.

„Aktu­ell flie­gen wir rund 30 Pro­zent von dem, was wir nor­ma­ler­wei­se flie­gen”, sag­te AUA-Chef Hoe­ns­bro­ech im Kurier. „Viel­leicht wird es noch etwas nach oben gehen, aber sehr viel mehr wird es lei­der heu­er nicht wer­den kön­nen. Es ist auch weni­ger als wir ursprüng­lich geplant hat­ten.”

„Wir wuss­ten aber immer, dass die Situa­ti­on so lan­ge unvor­her­seh­bar sein wird, solan­ge wir das Virus nicht im Griff haben. Ins­be­son­de­re des­halb hal­ten wir es für wich­tig, dass die euro­päi­schen Staa­ten sich dar­auf ver­stän­di­gen, eine gemein­sa­me Coro­na-Poli­tik zu betrei­ben.”

Für die AUA-Beleg­schaft gilt wei­ter Kurz­ar­beit. Im Schnitt beläuft sich die Arbeits­zeit auf 30 Pro­zent. „Die Kurz­ar­beit hilft der Luft­fahrt enorm. Ohne die wür­de es nicht gehen”, so die AUA heu­te. Finan­zi­ell sei man nicht hin­ter den Plä­nen, auch weil man mit der durch­misch­ten Flot­te auf die sich schnell ändern­den Bedin­gun­gen „aus­steu­ern” kön­ne, also mal grö­ße­re und mal klei­ne­re Flie­ger ein­set­zen kön­ne.