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news/APA/Sonntag, 18.10.20, 12:47:16

Anderl drängt auf Maß­nah­men gegen Arbeits­lo­sig­keit

Arbei­ter­kam­mer-Prä­si­den­tin Rena­te Anderl hat am Sonn­tag auf Maß­nah­men gegen die coro­na-bedingt hohe Arbeits­lo­sig­keit gedrängt. In der ORF-„Pressestunde” bekräf­tig­te sie auch die For­de­run­gen nach Erhö­hung des Arbeits­lo­sen­gel­des, Mas­ken­pau­sen im Arbeits­le­ben und einem Rechts­an­spruch auf Son­der­be­treu­ungs­zei­ten auf Dau­er der Pan­de­mie.
APA/APA (Archiv)/GEORG HOCH­MUTH

Die Regie­rung müss­te den glei­chen Elan, den sie bei Maß­nah­men zur Ein­däm­mung des Virus an den Tag legt, auch bei Maß­nah­men zur Ein­däm­mung der Arbeits­lo­sig­keit zei­gen, mein­te Anderl. Sie ver­wies in die­sem Zusam­men­hang auf die der­zeit rund 400.000 Arbeits­lo­sen und 300.000 Men­schen in Kurz­ar­beit. Es sei zu befürch­ten, dass die Arbeits­lo­sig­keit im Win­ter steigt. Also müs­se drin­gend gehan­delt wer­den.

Dass Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Chris­ti­ne Asch­ba­cher (ÖVP) die „größ­te Arbeits­stif­tung der Zwei­ten Repu­blik” ange­kün­digt hat, sei prin­zi­pi­ell begrü­ßens­wert. Aber da hät­te man „frü­her in die Gän­ge kom­men müs­sen”, ver­misst Anderl bis jetzt eine wirt­schafts­po­li­ti­sche Stra­te­gie. Der Start sei für Okto­ber ange­kün­digt, bis jetzt aber nichts gesche­hen, „weil man erst schaut wo” man Arbeits­kräf­te braucht.

Die Arbei­ter­kam­mer plä­diert für Umschu­lun­gen in die Berei­che Pfle­ge, Digi­ta­li­sie­rung und Kli­ma­schutz. Ein­wän­den, dass die Arbeit im Pfle­ge­be­reich für vie­le zu schwer sei, hielt Anderl – unter Hin­weis auf den dort häu­fi­gen 12-Stun­den-Arbeits­tag – die For­de­rung nach bes­se­ren Arbeits­be­din­gun­gen in die­sem Bereich ent­ge­gen.

„Drin­gend” nötig wäre aus Anderls Sicht die Anhe­bung des Arbeits­lo­sen­gel­des (70 statt 50 Pro­zent), um die Kauf­kraft zu stär­ken. Für Arbeit­neh­mer, die den gan­zen Tag über Mas­ken tra­gen müs­sen, for­der­te sie eine vier­tel­stün­di­ge Mas­ken­pau­se alle zwei Stun­den. Dass die Son­der­be­treu­ungs­zeit für Eltern ange­sichts der anhal­ten­den Coro­na-Pan­de­mie bis Jah­res­en­de erstreckt wur­de, begrüß­te Anderl. Zugleich poch­te sie aber auch auf einen Rechts­an­spruch der Eltern dar­auf.

Über die Fra­ge der Zumut­bar­keits­be­stim­mun­gen ist Anderl, wie sie sag­te, „immer gesprächs­be­reit”. Vor­her müs­se man aber die Arbeits­be­din­gun­gen und die Arbeits­zei­ten dis­ku­tie­ren. Auf die For­de­rung nach Arbeits­zeit­ver­kür­zung will die AK-Prä­si­den­tin nicht ver­zich­ten, wobei sie bran­chen­wei­se über die Kol­lek­tiv­ver­trä­ge anset­zen will.

Ver­han­delt wird auf Sozi­al­part­ner­ebe­ne der­zeit über neue Rege­lun­gen für das Home­of­fice. Der Zeit­ho­ri­zont dafür ist März. Anderl hofft aber, dass es schnel­ler geht. Nicht hin­neh­men will die Bun­des­ar­beits­kam­mer, dass die Arbeit­neh­mer auf Kos­ten für Hei­zung oder Arbeits­mit­tel sit­zen blei­ben. Hier müs­se es eine steu­er­li­che oder pau­scha­lier­te Abgel­tung geben.