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news/APA/Dienstag, 14.09.21, 20:43:52

2 Elfer ver­schos­sen: Bul­len ver­ge­ben bei 1:1 in Sevil­la Sieg

Red Bull Salz­burg hat die gro­ße Chan­ce auf den Auf­takt­sieg in der Fuß­ball-Cham­pions-League am Diens­tag lie­gen gelas­sen. Beim FC Sevil­la muss­te sich der öster­rei­chi­sche Seri­en­meis­ter in einer ver­rück­ten Par­tie mit einem 1:1 (1:1) zufrie­den­ge­ben, ver­zeich­ne­te dabei zwei ver­schos­se­ne Elf­me­ter und konn­te auch aus einer gut 40-minü­ti­gen Über­zahl kein Kapi­tal mehr schla­gen. Die nächs­te Chan­ce bie­tet sich den „Bul­len” am 29. Sep­tem­ber im Heim­spiel gegen Frank­reichs Mei­ser OSC Lille.
APA/APA/AFP/CRISTINA QUI­CLER

Jung­star Karim Adey­e­mi hol­te schon in der ers­ten Hälf­te drei Elfer her­aus, von denen aber nur einer durch Luka Sus­ic (21.) den Weg ins Tor fand. Davor hat­ten Adey­e­mi selbst (13.) bzw. danach Sus­ic (37.) ver­schos­sen und damit die Chan­ce auf eine 3:0‑Führung ver­ge­ben. Kapi­tän Ivan Raki­tic glich noch vor er Pau­se eben­falls per Elfer auf 1:1 aus (42.). Nach Gelb-Rot für Stür­mer Yous­sef En-Nesy­ri (50.) schien der Weg für Andre­as Ulmer und Co. frei. Der sechs­fa­che Rekord­ge­win­ner der Euro­pa League zeig­te aber auch in Unter­zahl sei­ne Klas­se und war am Ende dem Sieg sogar näher.

„Die Bude rocken”, woll­te Jaiss­le, der für den Auf­tritt im Estadio Ramon San­chez-Piz­ju­an auf Start­elf-Über­ra­schun­gen ver­zich­te­te und die­sel­be Trup­pe wie im Rück­spiel gegen Brönd­by auf den Platz schick­te – und damit eine dank Alters­durch­schnitt von 22,1 Jah­ren blut­jun­ge. Kapi­tän Andre­as Ulmer (35) war der ein­zi­ge über 24, der 33-jäh­ri­ge Zlat­ko Junu­zo­vic fehl­te auf­grund sei­ner Fer­sen­prel­lung ein­mal mehr. Sevil­la rund um Club-Legen­de und Kapi­tän Jesus Navas prä­sen­tier­te sich im Ver­gleich mit einem Schnitt von 29,3 Len­zen dazu gleich­sam als Seniorenresidenz.

Und die domi­nier­te die ers­ten Minu­ten mit viel Ball­be­sitz und wie erwar­tet klar. Salz­burg konn­te mit Pres­sing nichts aus­rich­ten, muss­te Sevil­la kom­bi­nie­ren las­sen. Die Fol­ge: Eine ers­te gefähr­lich Her­ein­ga­be ins Lee­re (3.), ein Köpf­ler von En-Nesy­ri dane­ben (6.) und ein von En-Nesy­ri ver­stol­per­ter Ball (7.).

Salz­burg bekam schließ­lich aber sei­ne Momen­te: Erst pflück­te Goa­lie Bono nach Kon­ter eine Adey­e­mi-Her­ein­ga­be noch locker her­un­ter (9.), wenig spä­ter war aber alles ange­rich­tet. Nach Foul an Adey­e­mi, der dabei den vor­de­ren Fuß bereits auf der Sech­zeh­ner-Linie hat­te, und Check des VAR zeig­te Schieds­rich­ter Kul­ba­kow auf den Elf­me­ter­punkt: Adey­e­mi pro­bier­te es selbst und schoss flach knapp rechts vorbei.

Sevil­la ant­wor­te­te mit einem Solo­lauf von Papu Gomez, des­sen Lup­fer über das Tor ging (16.), sowie einem zu unge­nau­en En-Nesy­ri-Fall­rück­zie­her (17.). Doch Salz­burg war nun end­gül­tig im Spiel und erhielt nach einem zwar wenig hef­ti­gen, aber unnö­ti­gen Sto­ßer von Navas gegen Adey­e­mi im Straf­raum die zwei­te Chan­ce. Dies­mal schnapp­te sich Sucic den Ball und schloss eis­kalt ab.

Zur Halb­stun­den­frist for­der­te Sevil­la nach einem Zwei­kampf von Maxi­mi­li­an Wöber mit En-Nesy­ri erfolg­los Elf­me­ter (32.), den bekam aber vier Minu­ten dar­auf Salz­burg: Wie­der kam Adey­e­mi zu Fall, wie­der war das Foul – dies­mal von Goa­lie Bono – eher unnö­tig. Die Dupli­zi­tät der Ereig­nis­se per­fekt mach­te schließ­lich Sucic, der den Ball an die Stan­ge knall­te. Ein Deja-vu hat­te kurz dar­auf auch En-Nesy­ri, dies­mal ent­schied Kul­ba­kow nach Wöbers Atta­cke und VAR-Eigen­stu­di­um auf Straf­stoß. Raki­tic ließ sich die Chan­ce nicht neh­men. Es war ein his­to­ri­scher vier­ter Elfer in einer CL-Partie-Hälfte.

Die­se beschloss Adey­e­mi mit einem star­ken Dribb­ling von der Sei­ten­li­nie in den Fün­fer, Bono klär­te in höchs­ter Not. Nach Wie­der­be­ginn, unwi­der­steh­li­chem Adey­e­mi-Solo und Her­ein­ga­be muss­te Bono wie­der ein­grei­fen (47.), Ses­ko traf den Assist gut, aber nicht gut genug. Die Par­tie blieb aber auch ansons­ten höchst unter­halt­sam. Weil der bereits gelb-belas­te­te En-Nesy­ri für eine Schwal­be gehen muss­te (50.), waren die Gäs­te nun in Über­zahl und sahen sich mit wesent­lich tie­fer ste­hen­den Spa­ni­ern konfrontiert.

Nun durf­ten die „Bul­len” kom­bi­nie­ren, Sevil­la kam kaum noch zu Ent­las­tungs­an­grif­fen. Prompt tat sich Salz­burg gegen die „wei­ße Wand” aber schwer, ein Schuss von Adey­e­mi fiel zu zen­tral aus (61.). Sevil­la agier­te schließ­lich wie­der muti­ger und mit mehr Kon­trol­le. Solet muss­te in höchs­ter Not gegen Lucas Ocam­pos klä­ren (64.), Rafa Mir ziel­te über das Tor (69.). Die Ein­schlä­ge kamen näher: Köhn fing einen Mir-Köpf­ler (74.), wäre kurz dar­auf beim Kopf-Ver­such von Erik Lame­la aber ohne Chan­ce gewe­sen – er zisch­te knapp am kur­zen Eck vor­bei (78.). Es blieb bei der Punk­te­tei­lung, Salz­burg ver­buch­te nur noch einen Solet-Weit­schuss (Bono hielt/76.).

Für die bes­ten Salz­bur­ger Chan­cen muss­te die sechs­mi­nü­ti­ge Nach­spiel­zeit her. Da prüf­ten sowohl Bren­den Aaron­son (91.) als auch Juni­or Ada­mu (93.) den ein­mal mehr auf­merk­sa­men Bono.