blog / Dienstag 16.06.20

Prak­ti­sche Tools für Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten

Zuneh­men­der Zeit­druck ist die größ­te Her­aus­for­de­rung für Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten. Es gibt zahl­rei­che digi­ta­le Tools, die einem den redak­tio­nel­len All­tag erleich­tern kön­nen. Wir haben eine Aus­wahl zu fünf Arbeits­ge­bie­ten im Jour­na­lis­mus zusam­men­ge­stellt.

Beob­ach­tung der sozia­len Netz­wer­ke

Ein Fokus im Jour­na­lis­mus liegt auf der The­men­su­che und The­men­se­lek­ti­on. Die täg­li­che Infor­ma­ti­ons­flut macht es dabei nicht ein­fach. Sie liegt laut Jour­na­lis­ten­ba­ro­me­ter (Link: https://​www​.eup​.at/​s​t​u​d​i​e​-​z​e​i​t​d​r​u​c​k​-​i​n​f​o​r​m​a​t​i​o​n​s​f​l​u​t​-​u​n​d​-​f​a​k​e​-​n​e​w​s​-​e​r​s​c​h​w​e​r​e​n​-​j​o​u​r​n​a​l​i​s​t​i​s​c​h​e​-​a​r​b​e​it/) auf Platz zwei der der­zeit größ­ten jour­na­lis­ti­schen Her­aus­for­de­run­gen. Natür­lich kommt man bei der Recher­che nach aktu­el­len Trends nicht um den Daten­gi­gan­ten Goog­le her­um. Tools wie Goog­le Alert oder Goog­le Trends gehö­ren ein­fach zur Grund­aus­stat­tung im jour­na­lis­ti­schen Hand­werk. Ein wei­te­rer Daten­schatz sind die sozia­len Netz­wer­ke. In unzäh­li­gen Bei­trä­gen und Kom­men­ta­ren dis­ku­tie­ren User über aktu­el­le The­men, äußern sich zu Ereig­nis­sen und tei­len ihre Erfah­run­gen. Tools wie „Gra­phyS­to­ries“ oder „Data­gni­on“ über­wa­chen die Social-Media-Per­for­mance der füh­ren­den Medi­en, Mar­ken und Influ­en­cer. Öffent­li­che Face­book-Bei­trä­ge und ‑Kom­men­ta­re wer­den gefil­tert und ana­ly­siert, ein Algo­rith­mus ermit­telt The­men­trends.

Medi­en­be­ob­ach­tung ist der gene­ti­sche Kodex der APA. Der DeFac­to-Pres­se­spie­gel lie­fert nicht nur einen Über­blick über das rele­van­te, media­le Tages­ge­sche­hen in klas­si­schen und Online-Medi­en. Ein Social-Media-Moni­to­ring beleuch­tet zudem die gewünsch­ten The­men in sozia­len Netz­wer­ken. Mit News­Cards, eben­falls ein Tool der APA, hat man alle rele­van­ten Nach­rich­ten­feeds im Über­blick. Neben Agen­tur­ma­te­ri­al kön­nen damit auch Social-Media-Kanä­le und Web­sei­ten beob­ach­tet wer­den. Smar­te Such­funk­tio­nen ermög­li­chen dabei eine rasche Ana­ly­se enor­mer Daten­men­gen. Durch eine Schnitt­stel­le zum Redak­ti­ons­sys­tem lässt sich News­Cards sinn­voll in den Work­flow der jewei­li­gen Redak­ti­on inte­grie­ren.

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Sto­ry­tel­ling: The­men zeit­ge­mäß auf­be­rei­ten

Scrol­ly­tel­ling, Daten­jour­na­lis­mus, Mul­ti­me­dia: Das Inter­net hat zahl­rei­che unter­schied­li­che Dar­stel­lungs- und Erzähl­for­men her­vor­ge­bracht. Die auf­wen­di­ge Auf­be­rei­tung der Inhal­te für unter­schied­li­che Kanä­le wird in den Redak­tio­nen als dritt­größ­te Her­aus­for­de­rung gese­hen, so der Jour­na­lis­ten­ba­ro­me­ter. Zum Sto­ry­tel­ling gehört auch, Daten anspre­chend auf­zu­be­rei­ten, Geschich­ten mit Dia­gram­men, Kar­ten und Tabel­len anzu­rei­chern. Mit „Datawrap­per” las­sen sich die­se in weni­gen Schrit­ten ohne Gra­fik- oder Pro­gram­mier­kennt­nis­se erstel­len. Die Ele­men­te sind respon­siv und inter­ak­tiv. Für Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten, die öfter im his­to­ri­schen Kon­text arbei­ten, könn­te „Time­li­ne” inter­es­sant sein. Der Name des Tools ver­rät es bereits: Damit las­sen sich Zeit­leis­ten spie­le­risch erstel­len. Sei es sta­tisch, ani­miert (mit oder ohne Ton) oder inter­ak­tiv: Bei einer maß­ge­fer­tig­ten APA-Auf­trags­gra­fik pro­fi­tiert man von den hohen Qua­li­täts­stan­dards der APA-Gra­fik­re­dak­ti­on. Auf Wunsch über­nimmt die APA im Vor­feld auch die Recher­che der Daten.

Einen umfang­rei­chen Bau­kas­ten, um eine Geschich­te mul­ti­me­di­al zu erzäh­len und ein The­ma online zeit­ge­mäß auf­zu­be­rei­ten, lie­fert das Sto­ry­tel­ling-Tool „Short­hand“. Die­ses Tool ver­leiht dem Con­tent eine visu­el­le Dra­ma­tik. Unter­schied­li­che Medi­en – Fotos, Sli­de­shows, Vide­os, Land­kar­ten, Info­gra­fi­ken – las­sen sich dyna­misch anord­nen.

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Die bes­te Soft­ware fürs Tran­skri­bie­ren

Die Tran­skrip­ti­on von Sprach­auf­nah­men gehört zum täg­li­chen Brot des Jour­na­lis­mus – und es ist mit­un­ter ein recht har­tes Brot. Wenn die oder der Inter­view­te sich vom Mikro­fon weg­dreht, sehr schnell spricht, Gedan­ken­sprün­gen kreuz und quer nach­jagt und man stän­dig vor- und zurückkli­cken muss, um eine kla­re Aus­sa­ge zu erken­nen, dann ist eine Tran­skrip­ti­ons­soft­ware äußerst hilf­reich. Gera­de auf dem Feld der Sprach­er­ken­nung wur­den in den letz­ten Jah­ren mas­si­ve Fort­schrit­te gemacht. Siri, Ale­xa und Kon­sor­ten sei Dank. Auch die aktu­el­len Speech-to-Text-Pro­gram­me befin­den sich bereits auf einem Level mit sehr nied­ri­ger Feh­ler­quo­te bei einem kla­ren Audio­ma­te­ri­al. Bei der Wahl der Soft­ware fürs Tran­skri­bie­ren kommt es in ers­ter Linie auf das Ein­satz­ge­biet an: Wird das Tool ver­wen­det, um ledig­lich Noti­zen zu machen? Oder geht es um kom­pli­zier­te wis­sen­schaft­li­che The­men, bei denen häu­fig beson­de­re Fach­ter­mi­ni ver­wen­det wer­den? Die Anfor­de­run­gen kön­nen mit­un­ter sehr unter­schied­lich sein. Dem­entspre­chend errei­chen die ange­bo­te­nen Pro­gram­me fürs Tran­skri­bie­ren unter­schied­li­che Levels und Kom­ple­xi­tät. „Tech­ra­dar” hat gän­gi­ge Speech-to-Text-Pro­gram­me (kos­ten­lo­se, Bezahl­va­ri­an­ten, Apps für das Smart­pho­ne) unter die Lupe genom­men und Bewer­tun­gen in einer Aus­führ­lich­keit erstellt, die den Rah­men hier spren­gen wür­de.

Speech-to-Text bie­tet auch neue Mög­lich­kei­ten bei der Medi­en­be­ob­ach­tung. Die APA setzt die auto­ma­ti­sier­te Sprach­er­ken­nung für das Moni­to­ring von TV- und Radio­bei­trä­gen ein. Damit erhal­ten Kun­din­nen und Kun­den inner­halb weni­ger Minu­ten einen Alarm und einen Link zum gesam­ten Bei­trag, wenn einer der defi­nier­ten Such­be­grif­fe in einer der Nach­rich­ten­sen­dun­gen genannt wird. Durch Speech-to-Text kön­nen aber auch zu Tex­ten pas­sen­de Videobei­trä­ge gefun­den wer­den. Die­se Tech­no­lo­gie wird in der Aus­tria Video­platt­form ein­ge­setzt, womit Nach­rich­ten­clips auto­ma­ti­siert und the­ma­tisch abge­stimmt in News-Sites ein­ge­fügt wer­den kön­nen.

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Bild- und Video­be­ar­bei­tung unter­wegs

Das Smart­pho­ne bie­tet sich als digi­ta­ler Alles­kön­ner für Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten an. Zusatz­ge­rä­te wie Kame­ra oder Dik­tier­ge­rä­te wer­den nicht mehr zwangs­läu­fig benö­tigt. Damit schreibt man E‑Mails eben­so ein­fach, wie man Vide­os schnei­det oder Bil­der bear­bei­tet. Voice­over ein­spre­chen, ein­zel­ne Clips kür­zen, schnei­den oder zusam­men­fü­gen, Tex­te für Unter­ti­tel ein­fü­gen – die App „Vlo­git“ ist ein ein­fa­ches und gleich­zei­tig effek­ti­ves mobi­les Video­tool. Ein Klas­si­ker der Video­be­ar­bei­tung ist „Spli­ce“ mit einem umfang­rei­chen Ange­bot an Bear­bei­tungs­werk­zeu­gen. Die größ­te Ein­schrän­kung die­ser App: Sie ist nur für iOS erhält­lich. Eine schnel­le und ein­fa­che Video-Crea­ti­on-Soft­ware ist auch Video­Now. Die Lösung der APA-IT erleich­tert die Video­pro­duk­ti­on, da der ver­füg­ba­re APA-Con­tent in einer Ober­flä­che dar­ge­stellt wird. Bei Video­Now wer­den auto­ma­tisch jene Bil­der gefun­den, die zur Sto­ry pas­sen.
Schnel­le Bild- und Foto­be­ar­bei­tung lie­fert „Pixlr“. So mäch­tig wie Ado­be Pho­to­shop ist die­ses Tool frei­lich nicht. Bild­zu­schnitt, Pin­sel, Aus­wahl-Werk­zeu­ge oder Bild- und Ton­wert­kor­rek­tu­ren kön­nen in der Eile unter­wegs aber durch­aus aus­rei­chen.

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Twit­ter: Belieb­ter Tum­mel­platz im Jour­na­lis­mus

Twit­ter ist neben dem eige­nen Medi­um wohl einer der belieb­tes­ten Tum­mel­plät­ze für öster­rei­chi­sche Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten. Wer sich ein Bild davon machen will: APA-Comm lis­tet die Twit­ter-Pro­fi­le von Redak­teu­ren und Kor­re­spon­den­tin­nen klas­si­scher Medi­en auf (Link: https://​twit​ter​list​.ots​.at/​j​o​u​r​n​a​l​i​s​t​i​n​n​e​n​-​u​n​d​-​j​o​u​r​n​a​l​i​s​t​en/). Die­se Twit­ter-Lis­te ist auch in den APA-News­Cards (Link: https://​medi​a​lab​.apa​.at/​n​e​w​s​c​a​r​ds/) die Basis für die zu beob­ach­ten­den Twit­ter­an­ten. Wer Twit­ter pro­fes­sio­nell nut­zen möch­te, kommt um Tweet­Deck nicht her­um. Man hat meh­re­re Accounts im Blick und kann sie gleich­zei­tig nut­zen. Wel­che Bei­trä­ge wer­den ret­wee­tet oder favo­ri­siert, wel­che neu­en Fol­lower bekom­men die User, Inhal­te kura­tie­ren und recher­chie­ren, Alerts für bestimm­te The­men erstel­len – Tweet­Deck ist recht mäch­tig. Es gibt aber auch Alter­na­ti­ven. „Hootsui­te“ oder „Ago­ra­Pul­se“ sind sehr umfang­rei­che Dash­boards, mit denen man nicht nur Twit­ter, son­dern auch die eige­nen Accounts bei Face­book, Lin­kedIn, Insta­gram, Tumb­lr oder You­Tube kon­trol­lie­ren kann. Pla­nung, Moni­to­ring, Repor­ting, Mas­sen-Upload – alles über ein Tool.

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